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Wie sieht eine geeignete Hautpflege bei Akne aus?

Die richtige Pflege der Haut stellt eine wichtige Unterstützung der Behandlung bei Akne dar. Die Reinigung mit milden, rückfettenden Waschprodukten und die anschließende Pflege mit einer auf die Bedürfnisse der Haut abgestimmten Creme oder Lotion hilft, die gereizte und entzündete Haut zu beruhigen und langfristig das Hautbild zu verbessern.

Übermäßige Talgproduktion und Verhornung führen zur Akne-Entstehung

Die medizinische Behandlung der Acne vulgaris, wie die häufigste Form der Akne genannt wird, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und erfolgt durch einen Arzt oder eine Ärztin. Neben der medizinischen Behandlung können Betroffene jedoch mit einer geeigneten Hautpflegeroutine selbst einen Beitrag zum Behandlungserfolg leisten.

Bei der Entstehung von Akne spielen eine übermäßige Talgproduktion (Seborrhö) sowie die vermehrte Bildung von Hornmaterial (Hyperkeratose) in den Kanälen der Haarfollikel eine entscheidende Rolle. Diese Vorgänge führen schließlich dazu, dass die Poren verstopfen und sich Mitesser, Papeln und Pusteln bilden. Diese Bedingungen bieten einen idealen Nährboden für Bakterien und besonders das Propionibacterium acnes (P. acnes), das Teil der natürlichen Hautflora ist, vermehrt sich stark und fördert Entzündungen.

Auswahl der passenden Hautpflegeprodukte

Bei von Akne betroffener Haut empfiehlt es sich, auf stark austrocknende, parfümierte oder ölige Produkte zu verzichten. Besser geeignet sind milde, nicht reizende Wasch- und Pflegeprodukte. Der natürliche pH-Wert (Maß für den Säuregehalt) der Haut liegt bei 5,5. Normale Seifen haben oft einen pH-Wert von 8-10,  und liegen über dem der Haut. Bei der Auswahl der Produkte ist es darum sinnvoll, auf Seifen und Waschlotionen mit dem Zusatz „pH-neutral“  oder pH 5,5“ zu achten.

Die betroffenen Stellen werden am besten einmal täglich und nach dem Sport mit einer milden Waschlotion gereinigt. Wird die Haut zu häufig und mit aggressiven Produkten gewaschen, wird der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen und die Hautirritationen können sich verstärken.

Für die anschließende Pflege eignen sich Feuchtigkeitscremes oder Lotionen mit hohem Wasseranteil. Solche Cremes mit höherem Wasser- als Ölanteil nennt man Öl-in-Wasser-Emulsionen, sie lassen sich leicht verteilen und ziehen schnell ein. Stark fetthaltige oder ölige Produkte (Wasser-in-Öl-Emulsionen) werden besser vermieden, da sie die Verstopfung der Poren zusätzlich begünstigen. Auch Makeup oder fettreiche Sonnenschutzmittel können die Poren verstopfen und das Problem verstärken und besser ist es. Beim Kauf ist es sinnvoll, möglichst fettfreie Produkte zu wählen.

Professionelle Hautreinigung durch geschultes Personal

Die Versuchung ist groß, selbst Hand anzulegen und die Pickel und Eiteransammlungen auszudrücken. Dennoch sollte man der Versuchung widerstehen. Durch das Ausdrücken kann der Eiter noch tiefer in die Haut gedrückt werden und zu einer Entzündung führen, die tiefer in die Haut reicht. Im schlimmsten Fall kann nach Abheilung eine Narbe zurückbleiben.

 Wichtig: Besonders Pickel oberhalb der Oberlippe sowie im Bereich der Nase und Augenwinkel niemals selbst ausdrücken. Die Gefäße in diesem sogenannten „Danger Triangle“ (Gefahr-Dreieck) besitzen Verbindungen zu den Gehirnvenen und es droht eine Verschleppung von Keimen und Gefäßverschlüsse (Sinusvenenthrombose).

Einige Hautärztinnen und Hautärzte und medizinische Kosmetikstudios bieten eine professionelle Hautreinigung an, bei der geschulte Fachkräfte unter hygienischen Bedingungen die Pickel öffnen und den Inhalt entfernen. Diese auch Aknetoilette genannte Behandlung kann in schweren Fällen eine sinnvolle Ergänzung der Behandlung sein und in akuten Phasen einmal pro Woche stattfinden.

Bei der Aknetoilette wird die Haut zunächst durch warmes Wasser oder Dampf aufgeweicht, um die Poren zu erweitern. Anschließend lassen sich die Pickel leichter öffnen und die Kosmetikerin oder der Kosmetiker behandelt die betroffenen Stellen mit sterilen Einmalnadeln. Bei schwerer Akne besteht die Möglichkeit, dass diese Behandlungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Weniger ist oft mehr

Für viele Patientinnen und Patienten stellt die Akne eine große Belastung dar. Mit einer rechtzeitigen geeigneten Behandlung lassen sich jedoch in der Regel die Symptome in den Griff bekommen und Folgeschäden wie Vernarbungen vermeiden.  Mit der passenden Hautpflege können Betroffene ihre Behandlung unterstützen und das persönliche Wohlbefinden steigern.

Weniger ist oft mehr und zu viele Pflegeprodukte können manchmal mehr schaden als nützen. Akne hat nichts mit „schmutziger“ Haut oder mangelnder Hygiene zu tun, und zu häufiges und aggressives Reinigen und Pflegen verschlimmert oft das Problem. Am besten besprechen Betroffene gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin, wie die optimale Pflege aussieht und welche Hautpflegeprodukte geeignet sind.