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Übersicht der Behandlungsmöglichkeiten bei Akne

Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und betrifft zumindest zeitweise einen großen Teil der Bevölkerung. Sie tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf und kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Die Behandlung der Akne richtet sich nach dem Schweregrad und reicht von rezeptfreien Waschlotionen und Cremes bis hin zu innerlich angewendeten Medikamenten.

Etwa 60% der Erkrankten leiden unter einer milden Form der Akne, die sich in der Regel mit freiverkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke gut behandeln lässt. 40% leiden unter einer schwereren Form, die man auch klinische Akne nennt und die sich durch schmerzhafte Knoten, Papeln und Pusteln äußert. Bei klinischer Akne ist die Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin erforderlich.

Äußerlich angewendete Cremes bei leichten Verlaufsformen

Milde Verlaufsformen der Akne können mit antibakteriellen (antiseptischen) Waschlotionen, Cremes und Salben behandelt werden, die äußerlich auf die Haut aufgetragen werden. Bei dieser örtlich angewendeten (topischen) Therapie kommen hauptsächlich folgende Medikamente zum Einsatz:

  • lokale Antibiotika
  • Benzoylperoxid
  • Retinoide (Vitamin A-Säure-Präparate)
  • Azelainsäure

Lokale Antibiotika reduzieren die Anzahl der Bakterien in den Talgdrüsengängen und hemmen dadurch die Entzündung. Sie werden nicht allein angewendet, sondern stets in Kombination mit topischen Retinoiden, Benzoylperoxid oder Azelainsäure. 

Benzoylperoxid wirkt sowohl antibakteriell als auch keratolytisch, das heißt es entfernt abgestorbene Hautzellen und befreit so die Poren. Ein Vorteil ist, dass es bei Benzoylperoxid nicht zu Resistenzbildungen, also der Unempfindlichkeit von Bakterien kommt. Benzoylperoxid hat einen austrocknenden Effekt auf die Haut, deshalb kann die Kombination mit einer Feuchtigkeitspflege sinnvoll sein.

Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate) gehören zu den Keratolytika und hemmen die überschießende Verhornung der Talgdrüsengänge. Dadurch kann der Talg besser abfließen und Entzündungen sowie die Bildung von Mitessern werden reduziert. Topische Retinoide können als Creme, Gel oder Lotion angewendet werden und werden normalerweise über mindestens 12 Wochen eingesetzt.

Azelainsäure wirkt sowohl entzündungshemmend als auch antibakteriell. Indem es die Verhornung reduziert, vermindert es die Entstehung von Mitessern. Azelainsäure wird wie die topischen Retinoide mindestens 12 Wochen lang angewendet.

Örtlich (lokal) angewendetes Tretinoin ist meist ausreichend, wenn lediglich Komedonen (Mitesser) auftreten. Bei leichten entzündlichen Formen der Akne kann topisches Tretinoin zusätzlich mit einem lokal aufgetragenen Antibiotikum, Benzylperoxid oder auch mit beidem kombiniert werden. Bei den Antibiotika handelt es sich häufig um Erythromycin oder Clindamycin, die mit Benzylperoxid kombiniert werden, um die Bildung von Antibiotika-Resistenzen (Antibiotika-Unempfindlichkeit) zu verhindern.

Innerliche Behandlung mit Vitamin-A-Säure-Präparaten

Bei mittelschwerer und schwere Akne ist oft eine zusätzliche systemische Therapie notwendig. Als systemische Akne-Therapie bezeichnet man eine Behandlung mit innerlich wirkenden Medikamenten, oft in Form von Tabletten. Die wichtigsten innerlich angewendeten Medikamente bei Akne sind als Tabletten oral (über den Mund) eingenommene Antibiotika und Retinoide (Isotretinoin). 

Mittelschwere Akne kann zusätzlich zur topischen Therapie mit oralen Antibiotika behandelt werden. Häufig kommen dabei Tetracyclin, Doxycyclin oder Erythromycin zum Einsatz. Die Behandlung wird für 2-3 Monate durchgeführt, nach dieser Zeit kann eine alleinige topische Therapie ausreichend sein.

Wenn die Antibiotika nicht wirksam sind oder eine schwere Akne vorliegt, erfolgt die Therapie mit oralem Isotretinoin. Ein Nachteil der Retinoide sind allerdings die starken Nebenwirkungen, deshalb sollte eine Therapie mit Isotretinoin stets gut abgewägt werden. Für Frauen ist es wichtig, dass eine sichere Verhütung während und auch einige Zeit nach Beendigung der Behandlung gewährleistet ist, da Isotretinoin Schäden beim ungeborenen Kind hervorrufen kann.  Die Einnahme der Antibabypille, die auf der hormonellen Wirkung basiert, kann bei einigen Frauen ebenfalls zu einer Verbesserung der Akne führen.

Verzögerter Wirkungseintritt der Behandlung

Alle Therapien haben gemeinsam, dass sie nicht sofort wirken, sondern erst verzögert. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis eine Besserung der Erkrankung deutlich wird. Bei manchen Patientinnen und Patienten kann es in den ersten Wochen der Behandlung sogar zu einer Verschlechterung kommen, die jedoch nicht zum Abbruch der Therapie führen sollte.

Es ist wichtig, Betroffene vor der Behandlung darauf hinzuweisen und gemeinsam mit dem Patienten oder der Patientin einen realistischen Therapieplan zu erstellen. Neben der Anwendung der verschriebenen Medikamente ist zudem die tägliche Reinigung der betroffenen Bereiche ein wichtiger Faktor, um den Erfolg der Behandlung zu unterstützen.